Mami- oder Papihund ?

Ähnlich wie bei Kindern ist es ja auch bei Hunden oft so, dass sie zu einem Familienmitglied eine besondere Bindung haben. In unserem Fall stehen nur der Lieblingszweibeiner und ich zur Auswahl, also zumindest als Bezugsperson. Mogli versteht sich auch mit unseren anderen Familienmitgliedern total gut und freut sich wirklich über jeden, aber um einen von ihnen als Bezugsperson anzusehen sieht er sie einfach zu selten. Ich denke, dass die Frage nach DER einen Bezugsperson bei Mogli noch nicht wirklich abgeschlossen ist, da sich während seines erwachsen werdens immer mal wieder Sympathiewechsel erkennen ließen. Es gab mal eine Zeit, da war es unfassbar schlimm, dass der Lieblingszweibeiner morgens das Haus verließ. Da wurde gegrummelt, man gab sich schwerst depressiv und zerstörte aus Wut gleich mal die Eingangstür, um der unerwünschten Babysitterin (mir) zu zeigen, wie sehr man doch lieber woanders (vorzugsweise direkt auf dem Lieblingszweibeiner) wäre.

Und es gab schon Zeiten, da war total egal was der angebliche Herr im Haus sagt, denn ich wurde eh nochmal angeschaut, ob ich denn auch mein ok gebe, und bei mir bleiben war eigentlich eh viel toller als beim anderen, und sowieso, hatte man die Hundemama auf einmal total doll lieb. (Diese Phase fand ich gar nicht schlimm) Kurz gesagt, Moglis Prioritäten verschieben sich da nach Lust und Laune, er schaut einfach, wer gerade besser zu ihm passt. Ich bin ja mit den Hunden meiner Großeltern aufgewachsen, und einer ihrer Hunde hatte die Eigenschaft perfektioniert, sich immer dem zuzuwenden, der sie vor dem anderen retten sollte. Wenn meine Großmutter mit ihr raus wollte, sie aber keine Lust hatte, dann wurde bei mir Schutz gesucht, und genau so konnte es andersrum laufen. Natürlich muss Mogli eh noch einiges lernen und durch die Pubertät, die meiner Ansicht nach noch nicht so wirklich abgeschlossen ist, wird eh noch einmal alles umgewälzt und der Hund hinterfragt so gut wie alles, was Herrchen und Frauchen sagen, weil er augenscheinlich ja auch alles viel besser weiß. Aber an sich bevorzugt Mogli keinen von uns permanent deutlich mehr, was ja so gesehen eigentlich ganz gut ist. Denn sowohl der Lieblingszweibeiner als auch ich sind ja ganz verrückt nach Mogli und somit wäre es für jeden von uns blöd, wenn Mogli den jeweils anderen offensichtlich “bevorzugen” würde. Was sich allerdings hin und wieder bemerkbar macht ist, dass Mogli im Alltag einfach deutlich mehr Zeit mit mir als mit dem Lieblingszweibeiner verbringt. Nicht weil der nicht will, sondern weil der nun mal blöder Weise von morgens bis abends arbeiten ist. Mogli ist also kein Mamihund, wenn es darum geht, wen er lieber mag, denn ich würde jetzt einfach mal behaupten, dass er uns beide gleich gerne hat, aber hin und wieder hört er doch bereitwilliger auf mich als auf den Lieblingszweibeiner, einfach weil er es inzwischen so gewohnt ist. Er geht viel öfter mit mir spazieren oder arbeitet mit mir, als er es mit irgendjemand anderem macht. Aber solange er auf uns beide hört ist mir das eigentlich relativ egal, wen er jetzt ein kleines bisschen mehr mag oder auf wen er bereitwilliger hört. Und wenn ich nicht dabei bin, wird auch auf den Lieblingszweibeiner 1a gehört, als hätte man nie was anderes gelernt. Und dann gibt es natürlich noch die wunderbaren Zeiten, da wäre es egal, ob Mama, Papa oder die Queen höchst persönlich ihn rufen würde, Herr Schokoschnute würde artig weiter schnuppern und den Rufenden ignorieren. 

 

Danke fürs vorbeischauen, Kira und Mogli

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