Das alleine bleiben will geübt sein – Wie wir es geschafft haben

Ich bezeichne mich nun bereits seit einiger Zeit offiziell als Hundehalterin, die ihren Hund auch mal ohne Bedenken allein lassen kann. Wir gehören nämlich leider nicht zu den Familien, bei denen der Hund so gut wie niemals alleine bleiben muss. Deshalb musste das allein bleiben natürlich erst einmal geübt werden. Das “üben” war mir wirklich wichtig, da ich nicht jede Sekunde meiner Abwesenheit Panik haben kann und will, dass es meinem Hund schlecht geht oder ihm etwas passiert, weil er panisch versucht, hinter mir her zu kommen. Also haben wir es  ganz langsam angehen lassen, und erst begonnen, Mogli allein zu lassen, als ich mir sicher war, dass er gewisse “Kriterien” erfüllte. Zum einen wollte ich sicher sein, dass sich Mogli bei uns in der Wohnung wirklich wohl fühlt, und sich nicht an irgendeinem Ort zurück gelassen fühlt. Er sollte es sich im Optimalfall einfach Zuhause gemütlich machen und nicht die ganze Zeit wimmernd vor der Tür sitzen. Ein anderer Punkt war natürlich das Stubenrein sein. Damit hatten wir ja so unsere Probleme, und auch hier wollten wir eine gewisse Sicherheit haben. Wenn Mogli bei den ersten paar Malen alleine Zuhause immer in die Wohnung gemacht hätte und das ohne jemanden, der ihn hätte korrigieren können, hätte es für ihn vielleicht den Anschein gehabt, dass sobald wir weg sind, die “Bitte Draußen Auf Toilette gehen” Regel aufgehoben wäre. Also musste auch das bis zu einem Gewissen Grad gefestigt sein. Was nicht heißt, dass wir die ersten Male, nachdem wir wieder da waren, ganz schnell die gesamte Wohnung inspiziert haben, ob denn auch kein Missgeschick passiert ist. Und es gab da ja noch ein kleines Problem, und zwar der Gigantenkampf Mogli vs. die Wohnung. Klar haben wir, bevor wir Mogli allein gelassen haben, die Wohnung so sicher gemacht wie es nur geht, aber ab einer gewissen Größe kam Mogli nun mal an vieles heran, dass man nicht weg stellen konnte und aus Erfahrung kann ich sagen, dass Mogli manchmal auf Ideen kommt, auf die weder ein gesunder Hund noch ein gesunder Mensch je kommen würde. (Welcher Hund rennt bitte an einer Lampe auf der Kommode entlang und beschließt dann ganz schnell, an dem Kabel zu ziehen und so die Lampe hinter sich her von der Kommode zu reißen.) Also wollten wir natürlich wenigstens ein bisschen Grundgehorsam in Mogli hinein flößen, damit wir uns auch hierbei keine Sorgen machen mussten, das Mogli sich bei einer solchen Aktion mal ernsthaft verletzt. 

Wir hatten es zum Glück nicht all zu eilig und konnten uns beim Allein bleiben üben ein wenig Zeit lassen, was uns den Druck genommen hat, innerhalb von kurzer Zeit ein Ergebnis schaffen zu müssen. Jetzt, ein Jahr nach Moglis Ankunft bei uns, können wir Mogli so lange wir wollen alleine lassen, auch wenn wir natürlich darauf achten, ihn nicht jeden Tag 7 Stunden allein zu lassen. Wir bemühen uns, Mogli bevor wir ihn alleine lassen, auszupowern. Entweder gehen wir mit ihm eine große Runde spazieren, oder beschäftigen ihn mit Dummysport oder anderer Kopfarbeit. Das machen wir vor allem, um zu vermeiden, dass die Flauschnase sich langweilt und während unserer Abwesenheit auf dumme Gedanken kommt. Das allein bleiben an sich war für Mogli eigentlich nie ein Problem, ich denke er fühlte sich bei uns Zuhause zu dem Zeitpunkt einfach schon sehr wohl und hat uns genug vertraut um nicht in galaktische Verlassensängste zu verfallen. Allerdings fand er die Wohnung immer noch spannend genug, um sie in unserer Abwesenheit immer mal wieder auf sehr kreative Weise umzugestalten. Das haben wir inzwischen aber auch ganz gut in den Griff bekommen, und jetzt müssen höchstens mal eine Socke die irgendwo gefunden wird oder eine Packung Taschentücher dran glauben, was gerade so zu verkraften ist. Auch wenn wir Mogli immer nur so lange alleine lassen, wie es nötig ist, finde ich es wichtig, dass der Hund stressfrei alleine zu Hause bleiben kann, im Notfall auch über einige Stunden, sollte es mal einen Vorfall geben, wo der Hund einfach nicht mitkommen darf oder es für ihn Zuhause einfach sicherer und entspannter wäre.

Hier noch kurz ein paar Tipps, damit das allein bleiben für euch und euren Hund ein bisschen entspannter und erfolgreicher abläuft:

 

  • Vor dem allein lassen den Hund auslasten, dann kann der Hund während eurer Abwesenheit in Ruhe schlafen.
  • Wenn ihr euren Hund länger allein lasst oder es sich um einen Welpen handelt, dann lasst den Hund vorher noch sein Geschäft erledigen.
  • Macht die Wohnung Hundesicher. Keine Essensreste oder Dinge, die der Hund leicht zerstören könnte so rumliegen lassen, dass euer herum streunender Hund sie erreichen kann.
  • Räumt auch Kauartikel weg, die für euren Hund gefährlich werden könnten.
  • Wenn ihr euch unsicher seid, dann lasst den Hund nur in ausgewählte Räume. (Dabei allerdings darauf achten, dass der Hund noch an seine Wasserschale kommt)
  • Schlagt eurem Hund nicht “die Tür vor der Nase zu”, dass bestärkt ihn  nur in der Annahme, ihr würdet ihn alleine zurück lassen.
  • Setzt euch realistische Ziele, lasst den Hund nicht direkt 20 Minuten allein, es reichen anfangs auch wenige Minuten.
  • Wenn ihr anfangs beim üben “Nur kurz vor die Tür geht” dann achtet darauf, dass ihr euch weit genug entfernt. Wenn euer Hund euch hinter der Haustür riecht und hört wird ihn das nur verunsichern.
  • Wenn ihr mit dem Üben beginnt und euer Hund euch hinterher winselt oder an der Tür kratzt, dann wartet mit dem wieder hinein gehen, bis euer Hund sich beruhigt hat, sonst denkt er, ihr würdet wegen seines Verhalten wieder zurück kommen.

 

Danke fürs vorbeischauen, Kira und Mogli

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