Ein ganzer Tag mit dem Pubertier

Also wenn ich, wie früher in der Grundschule, etwas über einen schönen Tag in meinen Ferien hätte schreiben sollen, wäre der Montag vor ein paar Wochen garantiert nicht mal unter der Top Ten gelandet. Weil bei uns absolut mieses Wetter herrschte, wollte ich Morgens eine riesen 5 Kilometer Runde mit der Fellnase gehen, damit er, wenn es zu schütten beginnt, schön ausgelastet in der Wohnung trocken bleiben kann (man erinnere sich, mein Hund ist wasserscheu wie jemand mit einer ganz frischen Dauerwelle). Eigentlich hatte ich vor, ein paar schöne Bilder inklusive Produktfotos zu machen, und hatte daher auch die Kamera dabei. Doch in dem Park angekommen, hatte ich auf einmal neben vor und hinter mir ein absolut verwirrtes Pubertier rumlaufen. Es war total unkonzentriert, beinahe schreckhaft und ständig am schnüffeln und die Nase in den Wind streckend. Länger als 3 Sekunden blieb er nicht auf einer Stelle und ich glaube ich kenne Mogli inzwischen gut genug, um zu sehen, ob er einfach nicht will, weil er halt gerade mal bockig sein möchte, oder ob er irgendwie mit den Nerven am Ende ist. Und weil er genau das an diesem Tag war, habe ich auch nach 5 Minuten aufgegeben, ihn immer wieder ins Sitz zwingen zu wollen und ihn warten zu lassen. Bei so einer Situation soll natürlich jeder so mit seinem Hund umgehen wie er will, aber ich finde einfach, dass es Mogli und mich nicht weiterbringt, wenn ich um jeden Preis den Chef raushängen lasse und Mogli dazu zwinge, mir zu gehorchen, wenn es um so etwas banales wie Fotos machen geht. Ich habe gemerkt, dass es in dieser Situation für ihn am besten war, einfach ein bisschen rum zu rennen und sich mit sich selbst zu beschäftigen und wenn er mich brauchte, konnte er immer wieder zu mir kommen und “Schutz” suchen. Ganz ehrlich, es war schon komisch ihn so zu sehen, denn Mogli ist von Natur aus einfach ein ruhiger und ausgeglichener Hund, weder hyperaktiv noch flatterhaft. Und ich denke, dass ist auch gut so, denn sonst wäre das an dem Tag viel schlimmer gewesen. Was mir allerdings total positiv aufgefallen ist, war, dass Mogli beim Dummytrainig sofort konzentriert war und sehr schön mit mir gearbeitet hat. Das ist mir insofern wichtig, da ich so vielleicht eine Möglichkeit finde ihn, wenn das Pubertier nochmal zu Besuch ist, beruhigen und ablenken zu können. Denn natürlich ist diese Gefühlsachterbahn alles andere als toll für den Hund an sich, der bestimmt nur allzu gerne aussteigen würde, weil ihm von all den Loopings in seinem Kopf total schlecht wird.

Wir hatten dieses Gefühl, dass Mogli in dieser Blase aus Gefühlen rumfliegt schon ein paar mal, allerdings nur immer relativ kurz und dann war alles wieder “gut”. Ich glaube, seine Pubertät kommt (wenn es denn die ist und nicht eine akute Krankheit, die Hunde um den doch sonst so gut gehüteten Verstand bringt) einfach in Wellen. Sollte das alles sein, womit wir uns rumschlagen müssen, wäre mir das aber sehr recht, denn wenn Mogli alle paar Tage mal so drauf ist, dann kann man das ja noch relativ gut mit einsamen Spaziergängen durch den Wald kompensieren. Und, ich folge ja einigen Menschen mit Hundekindern, die sich momentan voll in der Pubertät befinden, deshalb kann ich meiner Hundetrainerin nur zustimmen, die meinte, wir könnten uns bei diesem Hund ja nicht beschweren. Mogli hat zwar auch seine kleinen Höhen und Tiefen, aber er hat in der Regel keine megabombastischen Wutausbrüche oder wird auf einmal agressiv gegenüber jemandem. Er hat keine große Zerstörungswut (noct größer als sonst auch) und hört eigentlich sehr gut auf Kommandos, außer das er hin und wieder deutlich hinterfragt was ich von ihm will und dann entsteht eine dieser berühmt berüchtigten Ich-mach-jetzt-mal-was-ich-will Momenten. Aber, die kommen ja früher oder später auf jeden mit einem Pubertier zu, also kann sich jeder, der einen kleinen Hund unter 6 Monaten hat, schon darauf freuen. ich wünsche viel Spaß und werde weiter über meine Erfahrungen mit dem Pubertier berichten.

 

Danke fürs vorbeischauen, Kira und Mogli

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