Mit Hund im Naturschutzgebiet – in der Nähe von Wild

Gerade jetzt im Frühling kann man im Wald öfter mal auf dort lebende Waldtiere treffen, denn gerade zur Brut- und Setzzeit bringen vor allem viele Rehe ihre Kitze zur Welt und viele Vogelkinder schlüpfen.

Und wie jedes Jahr gibt es diese liebenswerten Hundehalter, die sich keinen Deut darum scheren, dass man Rücksicht auf die Waldtiere nehmen sollte. Und das gilt nicht nur für die Hunde, die durch ihr aktives Jagen eine Bedrohung für das Wild darstellen. Ich höre immer wieder “Meiner tut nichts.”, “Der kommt eh nicht hinterher.” oder auch “Wenn wir ein Reh sehen rufe ich ihn einfach zurück.” Das Problem an der Sache, so funktioniert das ganze im Tierreich leider nicht. Die Situation ist nicht gleich ungefährlich, wenn man keinen als aktiv eingestuften Jagdhund hat. Der Hund muss dem Reh gar nichts tun wollen, selbst wenn er nur spielen will wird sich die Rehkuh erschrecken und alles versuchen, um den Hund von ihrem Kitz weg zu locken. Und auch ein langsamer Hund mag vielleicht wirklich die Rehkuh nicht fangen, das Kitz liegt jedoch im Gras und wartet auf seine Mutter, und somit kann der Hund so langsam sein wie er möchte, das wie angewurzelt liegen bleibende Kitz kann er auf Fall entdecken. Und selbst wenn ihr einen unglaublich lieben Hund habt, der sich das Kitz anschaut, an ihm schnuppert und dann wieder zu euch läuft, so ist das für das Rehkitz mit großer Sicherheit das Todesurteil, da die Mutter in der Regel ihr Kind nicht mehr anrührt, wenn sie den Geruch des Hundes an ihm riecht.

Das gleiche gilt für ein Vogeljunges, dass noch nicht fliegen kann und auf dem Waldboden liegt, und dessen Elterntiere es nicht mehr berühren werden, wenn sie den Geruch des Hundes an ihm riechen. Und selbst wenn der Hund das Kitz wie durch ein Wunder nicht entdeckt, die Rehkuh nicht zu fassen bekommt und den jungen Vogel nicht beschnuppert,  jagt er ihnen auf jeden Fall einen gigantischen Schrecken ein, und das muss ja wirklich nicht sein, wenn man es so einfach vermeiden kann. Viele Menschen sagen, die Schleppleine wäre keine gute Alternative für den Hund, denn er könnte sich an ihr ja nicht wirklich bewegen. Warum denn nicht? Unsere Schleppleine hat eine Länge von 15 Metern, und weiter soll sich mein Hund auch nicht von mir weg bewegen. Der Hund kann so immer noch eigenständig umherstreifen und hin und her laufen, aber sollte er etwas im Wald sehen, habt ihr die Möglichkeit, ihn zurück zu halten. Für uns ist es selbstverständlich, dass wir in Wäldern auf die Waldbewohner achten. Es ist nämlich durchaus möglich, friedlich zu koexistieren. Und ja, dann muss ich halt mal ein wenig mehr auf meinen Hund achten, was anscheinend für viele undenkbar, schwierig und belastend ist. Mit dem Hund an der Leine im Wald spazieren zu gehen? Das sorgt doch nur für Stress, denn der arme Hund muss doch laufen und an der Leine wird ja eh nur gezogen. Das ist die Begründung von vielen, mit denen ich über das Thema spreche, und auch auf Instagram wurde dieses Thema schon diskutiert. Meiner Meinung nach bin ich als Halter dazu verpflichtet, und es sollte ja auch in meinem Interesse sein, das mein Hund es schafft einen Spaziergang an der Leine gut zu absolvieren, ohne das es für ihn oder mich stressig wird. Und für wen das alles viel zu anstrengend ist, wer seinen Hund beim Spaziergang immer und am besten noch überall sofort ableinen muss, damit er auch ja genug Bewegung bekommt und man sich oftmals noch Meilen weit von seinem Hund aufhalten kann, was für mich übrigens nicht wirklich etwas mit einem schönen Spaziergang zu tun hat. Wer das aber für eine gelungene Gassirunde hält der soll doch einfach an einen Ort gehen, wo es kein Wild gibt. Wofür gibt es Parkanlagen oder von der Stadt bestimmte Hundeauslaufgebiete? Wir haben zum Beispiel einen riesigen Park, der aber eher wie ein Wald aufgebaut ist. Der ist am Rand eingezäunt, so dass die Hunde nicht auf die nah gelegenen Straßen laufen können. In der Mitte befindet sich ein Wildgehege, aber außerhalb des Geheges hat noch keiner den ich getroffen habe ein Reh oder etwas ähnliches gesehen, also kann man dort den Hund in den ausgeschilderten Auslaufgebieten beruhigt laufen lassen, denn dort stört man keinen Waldbewohner, und muss sich übrigens auch keine Sorge um den eigenen Hund machen, denn bei uns hat, soweit ich informiert wurde, der Jäger im Wald das Recht, den Hund abzuschießen, wenn er sich außerhalb der Gehwege aufhält und er ihn hinter seinem Wild herhetzen sieht. Und das sollte man als Hundehalter auch nicht für seinen Hund wollen.

Und nebenbei, ich gehöre auch zu den Menschen, die ihre Hunde nicht 2 Stunden nach Mäuselöchern buddeln lassen, weil es mir für die Mäuse einfach Leid tun, wenn ein für sie riesiges Vieh mit Gewalt ihren Unterschlupf zerstört. Also buddeln dürfen sowohl der Minihotdog, der ein begeisterter Buddler ist, als auch der Schokobär nach Lust und Laune tun, aber inzwischen erkenne ich den Unterschied zwischen einem akuten Buddelanfall und einem auf Mäusesuche umher rennenden Frodo. Wie handhabt ihr das mit euren Hunden in der Nähe von Wild?

 

Danke fürs vorbeischauen, Kira und Mogli

 

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